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US - Canada heatwave map July 2021. Illustration by the European Space Agency
17 Sep 2021

Nach der Hitzewelle mit 800 Toten - BC stellt Hunderte neuer Sanitäter ein

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Vancouver und Westkanada standen im Juni/Juli einige Tage lang im Mittelpunkt der Weltnachrichten: In Teilen der Provinz British Columbia herrschten mehrere Tage hintereinander Temperaturen von fast 50 Grad Celsius (bis zu 120 Grad Fahrenheit), und mehr als 800 Menschen starben in dieser Woche an hitzebedingten Verletzungen.

Ein stark unterbesetztes Krankenwagensystem ließ Tausende von Einwohnern bis zu mehreren Stunden auf Notrufe warten. Die Krankenhäuser waren überfüllt und wiesen einige Menschen ab, als die Anwohner die Sache selbst in die Hand nahmen und ihre älteren Angehörigen selbst in Pflegeeinrichtungen fuhren.

Rettungssanitäter und Notrufmitarbeiter waren den Tränen nahe, als sie in den Tagen nach der Hitzewelle in Radio und Fernsehen interviewt wurden. Nach Ansicht der Gewerkschaften wäre die Situation völlig vermeidbar gewesen; das Problem der Unterbesetzung der Krankenwagen, vor allem im Landesinneren der Provinz, stand angeblich seit mehr als zehn Jahren im Mittelpunkt des Kampfes der Gewerkschaften.

 

Fast 600 neue Sanitäter in historischem Einstellungsschub

In dieser Woche kündigte Gesundheitsminister Adrian Dix auf einer Pressekonferenz am 14. September an, dass 24 Ambulanzstationen von Bereitschaftssanitätern in Stationen mit acht Vollzeit-Sanitätern umgewandelt werden sollen , was insgesamt 177 Stellen bedeutet. Davon profitieren Gemeinden sowohl auf dem unteren Festland (Großraum Vancouver) als auch auf Vancouver Island

26 kleinere und mehr Stationen sind zu einem Modell mit planmäßigem Bereitschaftsdienst übergegangen oder werden dies noch tun, wodurch mehr reguläre Arbeitsplätze für Rettungsassistenten entstehen.

Die Provinz beabsichtigt außerdem, 85 neue Vollzeit-Sanitäter einzustellen, die sich auf den Großraum Vancouver, Kamloops und Prince George verteilen sollen. Außerdem sollen 30 neue Vollzeit-Disponenten eingestellt werden. Dix sagte, dass die Provinz derzeit dabei ist, diese Stellen zu besetzen.

Dies geschieht zusätzlich zu den 295 Stellen, die die BC Emergency Health Services im Juli ausgeschrieben hatten, nachdem die Provinz wegen der langen Wartezeiten für Krankenwagen während der Hitzewelle Ende Juni in die Kritik geraten war.

Lokalen Medien zufolge handelt es sich dabei um die bisher größte Einstellungsaktion für Sanitäter in der Geschichte der Provinz.

Kartendarstellung (oben)Europäische Weltraumorganisation

Bildnachweis: enthält modifizierte Copernicus-Sentinel-Daten (2021), bearbeitet von der ESA,CC BY-SA 3.0 IGO

Die anhaltende Hitze über Teilen Westkanadas und Teilen der USA wurde durch eineWärmekuppel verursacht, die sich von Kalifornien bis zur Arktis erstreckte. Die Temperaturen sind in den Küstengebieten zurückgegangen, aber die Regionen im Landesinneren haben sich kaum erholt.
 
Hitzewellen sind in den Sommermonaten zwar keine Seltenheit, doch die Hitzewelle, die Teile des westlichen Kanadas und der USA heimsuchte, war besonders verheerend: Temperaturrekorde wurden gebrochen und Hunderte von Menschen fielen der extremen Hitze zum Opfer.
Kanada brach seinen Temperaturrekord den dritten Tag in Folge: Am 29. Juni wurden in Lytton, einem Dorf nordöstlich von Vancouver in British Columbia, satte 49,6 °C gemessen.
 
Auch in Portland, Oregon, wurde der bisherige Temperaturrekord an drei aufeinander folgenden Tagen gebrochen.
 
Das Ausmaß der Hitzewelle wird auf dieser Karte deutlich, die die Oberflächentemperaturen von Teilen Kanadas und der USA am 29. Juni zeigt. Aus den Daten geht hervor, dass die Oberflächentemperaturen in Vancouver 43 °C erreichten, und auch in Calgary und Portland wurden 43 °C gemessen. Die heißesten Temperaturen wurden im Bundesstaat Washington (sichtbar in tiefem Rot) mit Höchsttemperaturen an der Landoberfläche von etwa 69 °C gemessen.
 
Die Karte wurde anhand von Daten der Copernicus-Sentinel-3-Mission erstellt. Während für Wettervorhersagen normalerweise die Lufttemperaturen herangezogen werden, misst das Radiometer für die Temperatur der Meeres- und Landoberfläche an Bord von Sentinel-3 die von der Erdoberfläche abgestrahlte Energie. Daher zeigt die Karte die tatsächliche Temperatur der hier abgebildeten Landoberfläche, die deutlich wärmer oder kälter sein kann als die Lufttemperatur.
 
Das helle Blau auf dem Bild steht entweder für Schnee und Eis oder für Wolkenbedeckung. Schnee und Eis sind z. B. in den Gebirgszügen Kanadas und auf dem Mount Rainier in den USA zu sehen, während an der Pazifikküste und unten rechts auf der Karte einige Wolken zu sehen sind.