de
Select language
Fire at an election office in Bagdad.
11 Jun 2018

Feuer zerstörte ein Wahlbüro im Irak - aber die Stimmzettel wurden angeblich gerettet

de
Select language

Im Irak ist ein Lagerhaus abgebrannt, in dem hinterlegte Wahlzettel gelagert wurden. Der Parlamentsvorsitzende fordert nun, die gesamte Wahl zu wiederholen - Doch nach Angaben des Innenministers sind die Stimmzettel dem Feuer entgangen.

Das irakische Parlament hat Anfang der Woche beschlossen, dass alle Stimmen der irakischen Wahlen vom 12. Mai neu ausgezählt werden sollen Dem Beschluss zufolge soll die Auszählung der Stimmzettel - fast elf Millionen Stimmen im ganzen Land - von Hand erfolgen.

Die Entscheidung stützt sich auf den Vorwurf des Wahlbetrugs.

Das Feuer brach in einem Lagerhaus in Rusafa im Osten Bagdads aus, wo noch nicht ausgezählte Stimmzettel gelagert wurden. Ministerpräsident Haider al-Abadi bezeichnete den Brand als Brandstiftung, die sich gegen die irakische Demokratie richte und dem Land schaden solle.

In einer Erklärung sagte er, dass alle notwendigen Maßnahmen ergriffen und die Hintergründe des Brandes untersucht würden.

Nach Angaben des Innenministers Qasim al-Araji ist "keine einzige Wahlurne" verbrannt. Ein Sprecher sagte zuvor, das Feuer sei in einem der vier Lagerhäuser vor Ort ausgebrochen. Das Staatsfernsehen berichtete, dass die Feuerwehrleute sich unter strenger Bewachung von dem Feuer weg zu einem anderen Ort bewegten.

Der Charmeur des Parlaments, Salim Al-Jabouri, der sein Mandat bei der Wahl im Mai verloren hatte, sagte zuvor, er wolle nun, dass die gesamte Wahl für ungültig erklärt und eine völlig neue Wahl im Irak angesetzt werde.

"Das Verbrechen, ein Lagerhaus mit Stimmzetteln in der Gegend von Rusafa in Brand zu setzen, war eine vorsätzliche Tat, ein geplantes Verbrechen, das darauf abzielte, Betrug, Unwahrheit und Lügen vor dem irakischen Volk zu verbergen und seine Entscheidungen und Wünsche zu ändern", sagte er.

Bei der Wahl hatte der Schiitenführer Muqtada al-Sadrs Partei den Sieg errungen. Nach der Wahl wurden die Ergebnisse u. a. in der umstrittenen Ölstadt Kirkuk angezweifelt.